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Hochschuldidaktik ProfiLehre

Vorzüge für die Wissensvermittlung

Im Inverted Classroom müssen sich die Studierenden eigenverantwortlich die Lehrinhalte einer Veranstaltung aneignen. Die Aufgabe des Dozierenden ist hingegen, ihnen die dafür nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Diese können Arbeitsblätter, Literaturhinweise oder Lehrvideos sein. Abhängig von Disziplin und Thema bieten Videos gegenüber Büchern nicht zu verachtende Vorteile:

Auf die Zielgruppe perfekt zugeschnittene Literatur zu finden, erweist sich in vielen Fällen als schwieriges Unterfangen. Lehrvideos von Dozierenden können hingegen auf unter den Studierenden gehäuft vorkommenden Wissenslücken eingehen und auch Punkte in den Fokus rücken, die Lehrbuchautoren nur wenig beleuchten.

Christian Spannagel betont darüber hinaus, wie wertvoll es ist, Studierenden in Videos vermitteln zu können, wie der Prozess der Beweisführung – mit Fehlern, Irrwegen, Innehalten – aussieht; etwas, das Bücher nicht leisten können.

Der größte Nutzen des IC liegt in der Entschlackung der Präsenzlehre. Durch das Outsourcen von Lehrinhalten können in der Lehrveranstaltung verstärkt auf aktuelle Themen eingegangen werden, tiefergreifende Fachdiskussionen geführt oder anspruchsvolle Aufgaben bearbeitet werden. Die dadurch mögliche erhöhte Interaktion zwischen Dozierendem und Studierenden gewährt einen vorher kaum realisierbaren Überblick über den aktuellen Wissenstand. Verständnislücken auf Seiten der Studierenden können so schneller ausgemacht und behoben werden. Damit einher geht die Gelegenheit zum asynchronen Lernen: Leistungsstarke Teilnehmende können in der Veranstaltung anspruchsvollere Aufgaben bearbeiten, während Studierende mit Verständnisproblemen gezielte Unterstützung durch den Lehrenden erhalten und somit die Chance bekommen, zügig aufzuholen.

Prof. Dr. Clemens Müller (Biophysik, Albstadt-Sigmaringen) spricht zudem von einem Kreislauf der Überforderung und Passivität – gerade in der Studieneingangsphase: Die jungen Erwachsenen müssten sich vielen neuen Anforderungen (erste eigene Wohnung, Knüpfen neuer Kontakte, unvertrautes Lernumfeld, ungewohnt hoher Abstraktionsgrad in den Studienfächern) gleichzeitig stellen: Zweifel, Kapitulation vor den neuen Herausforderungen und damit die Abgabe der Eigenverantwortung seien die Folge, was in hohen Durchfallquoten bei Einführungsveranstaltungen resultiere. Im ICM sieht er einen möglichen Weg aus dieser Passivität.

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