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Damit Gruppenarbeiten ihren didaktischen Zweck erfüllen – nämlich „to enhance members‘ educational development“ (Birmingham/McCord 2002, S. 73) – ist ein ausgeklügeltes Konzept notwendig. „Einfach mal eine Gruppenaufgabe einschieben“ kann genau Gegenteiliges bewirken – und zwar vor allem dann, wenn auch Teamfähigkeit von den Studierenden gelernt werden soll. Ob Gruppenarbeiten wirklich das Lernen unterstützen, hängt dabei maßgeblich von der Gruppenkohäsion ab. Kohäsion meint dabei die „Bindungskraft der Gruppenmitgliedschaft“ bzw. die „Attraktivität der Gruppe für den Einzelnen“ (Kerres 2013, S. 185). Kerres zufolge bedarf es für das Zustandekommen dieser Bindungskraft zum einen eine Aufgabe, die für alle Mitglieder als interessant und wichtig eingestuft wird. Zum anderen müssen die Gruppenmitglieder gut und gerne miteinander arbeiten können, was wechselseitige wertschätzende Beziehungen untereinander erfordert. Grundlage für letztere ist eine möglichst hohe Interaktionsdichte. Doch auch Erfolgsmomente und eine kompetitive Grundausrichtung der Aufgabenstellung können bei der Etablierung von Gruppenkohäsion helfen. Wann aber kann man von einer ausgeprägten Gruppenkohäsion sprechen, durch die das Potenzial der Gruppe tatsächlich ausgeschöpft werden kann?

Diese Frage führt zu einem wesentlichen Problem von kurzfristigen Gruppenarbeiten, die als „Tools“ das Geschehen in der Lehrveranstaltung auflockern sollen: Michaelsen zufolge müssen Gruppen mindestens 20-25 Stunden zusammengearbeitet haben, „before they can fully assess and benefit from the resources of all members of the group“ (Michaelsen 2002, S. 30). Warum genau, darüber klärt das Tuckman-Modell auf. Demnach müssen die Gruppenmitglieder zunächst die drei Phasen forming, storming und norming durchlebt haben, bevor sie die performance-Phase erreichen. Dann erst „arbeitet man erfolgreich zusammen, man kooperiert, Rollen (z. B. die Führung der Gruppe) können durchaus flexibel zwischen den Personen wechseln. Man geht offen miteinander um, hilft sich gegenseitig und die Aufgabenbearbeitung verläuft erfolgreich.“ (Van Dick/West 2013, S. 27)

Die Tatsache, dass Gruppen erst „reifen“ müssen, verbunden mit der Notwendigkeit, dass Gruppen sich nicht außerhalb der Lehrveranstaltungszeiten für die Erledigung der Aufgabe treffen sollten (vgl. Michaelsen/Knight 2002, S. 57) führt zu den anfangs erwähnten abschreckenden Worten „Einmal TBL – immer TBL“. TBL setzt voraus, dass Gruppen langfristig zusammenbleiben und so oft wie möglich Aufgaben lösen, und zwar in der Lehrveranstaltungszeit. Bedenkt man die zeitliche Investition, die für funktionierende – effiziente – Gruppen notwendig ist, müssen die Studierenden somit über die gesamte zur Verfügung stehende Präsenzzeit im Team arbeiten. Ein testweises „Ausprobieren“ von TBL über eine Sitzung hinweg muss hinter den Möglichkeiten der Lehr-Lern-Strategie zwingend zurückbleiben.

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