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    Hochschuldidaktik ProfiLehre

    Betcher und Lee und in Anlehnung an sie auch andere Autoren sprechen von drei Phasen in der Arbeit mit IWBs in der Lehrveranstaltung:

    1. Doing old things in old ways

    Am offensichtlichsten ist die Verwendung des IWB als reiner Tafelersatz. Mithilfe von Schreibsoftware wie SMART-Notebook oder Windows Journal ist dies problemlos umsetzbar; vertiefte Kenntnisse der Funktionen des Boards und der Software sind hierfür nicht notwendig.
    Vorteilhaft ist die potentiell endlose Schreibfläche, die SMART-Notebook bereitstellt, denn durch sie erübrigt sich das Wegwischen der Anschriften.

    Nachteilig gegenüber der Tafel oder Whiteboard wird das IWB dann, wenn das Tafelbild Zeichnungen und Skizzen enthalten soll. Selbst aktuelle SMART-Board-Modelle können nur wenige Berührungspunkte gleichzeitig verarbeiten, sodass das Arbeiten mit Lineal oder Zirkel nicht bzw. nur eingeschränkt möglich ist. Zwar enthält SMART-Notebook entsprechende Tools, gegenüber der traditionellen Tafel hat das IWB hier jedoch das Nachsehen.

    2. Doing old things in new ways

    Mit zunehmender Gewöhnung an das IWB kann die Bereitschaft steigen, die technischen Möglichkeiten des Boards intensiver zu nutzen. Komplexere Tafelbilder mit Interaktionsmöglichkeiten wie Verlinkungen auf Internetseiten, Videoeinbindung, verschiebbare Objekte etc. können dann vorab erstellt und während der Lehrveranstaltung ausgebaut werden. Bestehende Tafelbilder sind jederzeit speicherbar und können in der Folgesitzung aufgerufen werden, was zu sitzungsübergreifenden Projektarbeiten einlädt. Das Abschreiben der Anschriften wird unnötig, wenn die Dateien über WueCampus2 den Studierenden zur Verfügung gestellt werden; die Studierenden können dann vollständig den Inhalten der Veranstaltung folgen.
    Darüber hinaus kann über einen Austausch von Tafelanschriften unter den Dozierenden nachgedacht werden.

    3. Doing new things in new ways

    Der eigentliche didaktische Mehrwert von IWBs liegt jedoch in ihrer Funktion als Katalysator für neue Lehrkonzepte, wenn etwa der Dozierende in den Hintergrund tritt die Führung an die Studierenden abgibt. Aufgeworfene Fragen können von den Studierenden durch Internetzugang selbst beantwortet und Wissen gemeinsam in Form von Mindmaps strukturiert werden. Gerade hierfür ist die SMART-Notebook-Software besonders geeignet, da jedes geschriebene Wort als verschiebbares und in der Größe veränderbares Objekt gespeichert wird. Die fertige Map kann anschließend gespeichert und den Studierenden zur Verfügung gestellt werden. Zudem lädt das SMART-Board als "trojanisches Pferd für Medien und Technik" (vgl. Betcher/Lee) zur Anwendung verschiedener Applikationen ein. Im Internet gibt es eine Vielzahl interessanter Apps, die sich für die Hochschullehre eignen können. Sie sind kostenlos, müssen nicht auf dem PC installiert werden, sind i.d.R. mit jedem aktuellen Browser aufrufbar und ermöglichen Studierenden kreative Beiträge. Ihre Funktionen reichen vom werbefreien Ansehen von Youtube-Videos über kooperatives Schreiben bis zur Erstellung eigener Screencasts oder Radioshows. Eine Liste mit Vorschlägen finden Sie hier. Mit den leistungsstarken Boxen sowie der großen Projektionsfläche des SMART-Boards werden auch Gastvorträge über Skype interessant.

    Jedoch: Gruppenarbeiten, vermehrte Verwendung von Apps in der Veranstaltung, Video-Fernschaltungen oder auch die gemeinsame Wissenskonstruktion durch Mindmapping sind zeitaufwändig und normalerweise nur schwer zu integrieren. Eine Lösung für das Zeitproblem bietet das Inverted Classroom Modell – wiederrum realisierbar mithilfe des SMART-Board. Durch das Outsourcen der Wissensvermittlung in Form von Lehrvideos kann fast die gesamte Präsenzphase für neue Lehrmethoden genutzt werden.

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