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    Hochschuldidaktik ProfiLehre

    Webinare warten mit einigen Besonderheiten auf, mit denen Sie sich in einer Präsenzveranstaltung gewöhnlich nicht auseinandersetzen müssen. In folgenden Punkten wird daher ein Umdenken notwendig sein. 

    Sichtbarkeit

    In der Regel wird Sie Ihr Publikum nicht sehen – und Sie es auch nicht. Zwar gibt es die Möglichkeit, Webcams einzuschalten, jedoch wird dadurch die Bandbreite derart beansprucht, dass entweder Sie oder einige der Teilnehmenden disconnecten. Letztlich bedeutet das, dass Sie ins Blaue hinein präsentieren: Sie können sich i.d.R. nicht sicher sein, ob noch alle Studierenden am Platz sind, ob sie in einem weiteren geöffneten Tab die sozialen Plattformen besuchen oder ob Sie verstanden werden – inhaltlich wie akustisch. Sie müssen also darauf vertrauen, dass die Teilnehmenden „bei Ihnen“ sind.

    Technische Probleme

    Leider ist es nicht der Regelfall, dass auf technischer Seite immer alles problemlos funktioniert. Sie als Veranstalter können vor Beginn des Webinars einen Technik-Check durchführen – viele Teilnehmenden kommen dagegen nur sehr pünktlich oder vielleicht verspätet ins Webinar. Mikrofon- und Konnektivitätsprobleme sind dabei an der Tagesordnung. Sofern Ihnen kein E-Tutor als Moderator zur Verfügung steht, gilt es, einen Mittelweg zwischen Problembehebung und Fortgang des Webinars zu finden.

    Lernräume

    Seminarräume und Hörsäle stellen geschützte Lernräume dar: Im Normalfall wird der Lernprozess nicht durch äußere Einflüsse (Telefonanruf, MitbewohnerInnen etc.) gestört und die Studierenden können sich ganz auf die Lehrveranstaltung konzentrieren. Im Webinar müssen Sie dagegen von ungeschützten Lernräumen ausgehen: So werden manche im Büro oder in der Küche sitzen, abhängig von der Tageszeit vielleicht auch im Freien, oder ein Kleinkind muss nebenbei betreut werden. 

    Ablenkungen

    Der ungeschützte Lernraum ist im Vergleich zu einer anderen potenziellen Ablenkung noch das geringere Problem. Webkonferenzen mit AdobeConnect laufen über Browser. Damit ist die Zerstreuung nur ein Tab entfernt. Sie und Ihr Webinar konkurrieren mit Youtube, Facebook und dem E-Mail-Postfach um die Aufmerksamkeit Ihrer TeilnehmerInnen – eine Tatsache, die Sie bei der Konzeption Ihres Webinars immer beachten sollten.

    Soziale Präsenz

    In einer Präsenzveranstaltung nehmen Sie die Teilnehmenden und die Teilnehmenden selbst sich natürlicherweise als Personen wahr. Damit gehen entsprechende Verhaltensweisen wie Respekt und Achtung des Anderen einher. Im Webinar allerdings sieht man lediglich den Namen des Anderen, vielleicht auch nur ein Pseudonym. Die soziale Präsenz – „das Ausmaß [also] […], in dem ein Gesprächspartner bei der Kommunikation über elektronische Medien als natürliche Person wahrgenommen wird“ (www.e-teaching.org/materialien/soziale-praesenz) – ist zunächst nur bedingt vorhanden. Die möglichen Folgen mangelnder sozialer Präsenz können immer wieder in den sozialen Medien in Form von trolling und hate speeches beobachtet werden.

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